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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Arginin

Arginin ist eine bedingt essentielle Aminosäure. Sie zeichnet sich durch einen hohen Stickstoffanteil im Molekül aus. Für die Erforschung des Arginins als Vorstufe von Stickstoffmonoxid (gefäßerweiternde Wirkung) wurde 1998 der Medizinnobelpreis vergeben.

Aufbau, Herstellung, Struktur:

Arginin zählt zusammen mit Lysin und Histidin zu den basischen Aminosäuren. In der Natur üblich ist das L-Arginin. Das Enantiomer* D-Arginin kommt in Proteinen nicht vor.

L-Arginin gehört zu den proteinogenen (Eiweiß aufbauenden) Aminosäuren mit basischer Seitenkette. Basische Aminosäuren liegen bei physiologischem ph-Wert häufig in dissoziierter Form vor und können somit Ionenbindungen eingehen. Arginin ist gut wasserlöslich. Es hat den höchsten Masseanteil an Stickstoff von allen proteinogenen Aminosäuren.

Innerhalb des Harnstoffzyklus kann der Mensch Arginin selbst herstellen. Es entsteht aus Carbamoylphosphat, L-Ornithin und L-Aspartat. Die entstehenden Mengen sind allerdings meist nicht ausreichend um den Bedarf zu decken.

* Enantiomere sind Moleküle, die bzgl. ihrer chemischen Struktur wie Bild und Spiegelbild aufgebaut sind, also nicht deckungsgleich, vergleichbar mit einer linken und rechten Hand.

Argin

Funktionen von Arginin:

Arginin hat folgende Funktionen im menschlichen Organismus:

* STH = Somatotropes Hormon = Wachstumshormon

Tagesbedarf:

Da L-Arginin vom Körper selbst hergestellt werden kann (Ausnahmen: siehe Argininmangel), ist die Angabe einer Bedarfsmenge schwierig. Geht man von einer Eiweißaufnahme von 70-90 g/Tag aus, die in etwa dem Eiweißbedarf eines normalgewichtigen Menschen entspricht (0,8 – 1,0 g pro kg Körpergewicht), liegt der ungefähre Argininanteil bei etwa 2–5 g/Tag.

Argininmangel:

Da Arginin den höchsten Masseanteil an Stickstoff besitzt, kann ein Mangel zu einer verminderten Proteinsynthese führen.

In bestimmten Lebenssituationen, wie Wachstum, Stress, Krankheit oder nach Unfällen übersteigt der Arginin-Bedarf die vom menschlichen Organismus produzierte Menge. Aus diesem Grund müssen vor allem Säuglinge und Kinder Arginin über die Nahrung zuführen. L-Arginin gilt in diesem Fall als essentiell.

Gehalt in Lebensmitteln:

Die folgende Übersicht zeigt Arginin reiche Lebensmitel mit ihrem absoluten und relativen Argininanteil.

Argining-Anteil in Lebensmitteln

Lebensmittel Gesamtprotein Arginin Anteil
Kürbiskerne 30,23 g 5353 mg 17,7%
Erdnuss, geröstet 23,68 g 2832 mg 11,9%
Pinienkerne 13,69 g 2413 mg 17,6%
Walnüsse 15,23 g 2278 mg 15,0%
Erbsen, getrocknet 24,55 g 2188 mg 8,9%
Hähnchenbrustfilet, roh 21,23 g 1436 mg 6,8%
Schweinefleisch, roh 20,95 g 1394 mg 6,7%
Lachs, roh 20,42 g 1221 mg 6,0%
Buchweizenkörner 13,25 g 982 mg 7,4%
Hühnerei 12,57 g 820 mg 6,5%

Quelle: Modifiziert aus Nährstoffdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums, 22. Ausgabe

Anwendung als Arznei-/Nahrungsergänzungsmittel:

L-Arginin wird in Form des L-Arginin-Hydrochlorid als Arzneimittel eingesetzt bei:

Ferner ist L-Arginin Bestandteil von Nährlösungen für die parenterale Ernährung (= künstliche Ernährung unter Umgehung des Verdauungstraktes)

L-Arginin ist auch Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln, diätetischen Lebensmitteln sowie ergänzend bilanzierten Diäten (enthalten durchschnittlich 1,5-6 g)

Die Zielgruppen sind:

Bei den Produkten zur besseren Durchblutung sind neben Arginin häufig auch andere Vitamine (B6, B12, Folsäure und in einem Produkt auch L-Citrullin enthalten, eine Aminosäure, die vom Hersteller als “Argininverstärker“ ausgelobt wird.

Nebenwirkungen/Überdosierung:

Bei einer Herpesinfektion sollte kein Arginin eingenommen werden, da es diese ggf. verstärken könnte. In der Regel treten bei Einnahme moderater Mengen (bis zu 10.000 mg/d) L-Arginins keine Nebenwirkungen auf. Ab einer Einnahme von 15.000 mg/d können Verdauungsprobleme auftreten, die allerdings nachlassen, wenn die Dosis langsam gesteigert wird.

Ein Warnhinweis eines L-Arginin enthaltenen Produktes, das im Bereich ergänzend bilanzierte Diät angeboten wird, lautet:
“Durch L-Arginin kann es theoretisch zu ähnlichen Wirkungen und damit zur Wirkungsverstärkung von Mitteln zur Behandlung erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen) kommen, sofern es sich bei diesen, wie bei L-Arginin, um NO-Donatoren wie z. B. Sildenafil (Viagra®), Vardenafil (Levitra®), Tadalafil (Cialis®) oder um Nitrate (z. B. Amylnitrit) handelt.“




Literatur
  • Bode-Böger: Einfluss von L-Arginin auf die Arteriosklerose-Entwicklung. In: Dtsch Med Wochenschr 2006; 130: S. 593–598
  • Hahn, Andreas: Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2006; S. 295 

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