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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

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Asthma

Das Wort Asthma stammt aus dem Griechischen. Es bedeutet soviel wie Atemnot oder Kurzatmigkeit. Schon der römische Arzt Galen beschrieb die Krankheit.

Das Asthma (“Asthma bronchiale“) ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Bronchien reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize überempfindlich und verengen sich krampfartig. Die Verengung der kleinen Luftwege führt zu Atemnot, begleitet durch starke Schleim­bildung und Schwellung der Schleimhaut. Typisch sind Asthmaanfälle, gekennzeichnet durch schwere Atemnot, besonders nachts und am frühen Morgen.

Häufigkeit von Asthma:

An Asthma können Menschen jeden Alters erkranken. Im Kindesalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung. Zwischen 5% und 15% aller Kinder sind davon betroffen. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Unter den Erwachsenen gibt es mehr asthma­kranke Frauen. Weltweit liegt die Zahl bei circa 100 Millionen Patienten.

Bei der Hälfte aller erkrankten Kinder klingt das Asthma mit dem Ende der Pubertät wieder ab. Im Erwachsenenalter heilt die Erkrankung in etwa 20 Prozent der Fälle aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Asthma auswächst“, steigt, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Bei 30% der kindlich Erkrankten tauchen bereits Symptome bis zum ersten Lebensjahr auf und bis zum fünften Lebensjahr entwickeln 80%-90% der Patienten die Krankheit. Je später Asthma auftritt, umso wahrscheinlicher ist die Beteiligung von allergischen Faktoren.

Asthmasymptome:

Folgende Beschwerden können auftreten:

Für einen schweren Asthma-Anfall sind folgende Warnsignale typisch:

Akut zeigt sich das Asthma als Anfall. Dieser kann nur wenige Minuten dauern oder er kann sich über Stunden oder sogar Tage erstrecken. Der Fachbegriff hierfür ist “Status asthmaticus“. Im Verlauf zeigen sich Symptome wie Husten oder Atemnot auch zwischen den Anfällen. Herz und Lungengewebe werden belastet, es kann sich auf Dauer eine Lungenüberblähung (“Emphysem“) bilden.

Kinder können bei schweren Verlaufsformen in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung eingeschränkt sein. Im extrem fortgeschrittenen Stadium kann sich der Brustkorb ‑ durch die Überblähung der Lungen ‑ fassähnlich verformen. Beim Atemvorgang ist das Muskelspiel verändert. Die so genannte Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Teilen von Brustkorbs-, Rücken- und Schultergürtelmuskulatur, wird bei der vermehrten Atemanstrengung des Patienten zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln in den Atemvorgang mit einbezogen. So werden im Asthmaanfall häufig die Arme abgestützt, damit Hilfsmuskeln den Brustkorb bei fixiertem Schultergürtel zusätzlich heben und senken können.

Asthmadiagnose:

Die allgemeine Diagnose gründet sich auf der Schilderung der typischen Symptome. Besonders charakteristisch sind dabei die pfeifenden (“Giemen“) und brummenden Geräusche bei der Atmung.

Als andere Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild sollten dabei eine akute Entzündung der Bronchien, Keuchhusten, Mukoviszidose, Erweichung der Luftröhrenknorpel (Tracheomalazie) oder auch das Einatmen eines Fremdkörpers ausgeschlossen werden.

Bei der spezifischen Diagnostik stehen die Lungenfunktionstests (Spirometrie, Ganzkörperplethysmographie) im Vordergrund, um die eingeschränkte Atemfunktion und die genaue Art der Einschränkung zu ermitteln. Beim Asthma ist in erster Linie die Ausatmung (obstruktive Erkrankung) betroffen Die Menge der in der Lunge zurückbehaltenen Luft ist daher von entscheidender Bedeutung. Mit Hilfe eines so genannten Peak-flow-Meters wird die höchste Strömungsgeschwindig­keit der Atemluft während einer forcierten Ausatmung gemessen und prozentual im Vergleich mit einem Sollwert bestimmt. Die Überprüfung wird nach Gabe eines Bronchien erweiternden Sprays (β-2-Mimetikum) wiederholt, um die asthmatypische Aufhebbarkeit der Obstruktion zu testen. Falls ein Belastungsasthma vorliegt wird ein Lungenfunktionstest eventuell unter körperlicher Belastung durchgeführt.

Bei schweren Asthmaanfällen kann die Bestimmung der arteriellen Blutgaskonzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid notwendig werden.

In der Diagnostik des allergischen Asthmas werden Bluttests durchgeführt, um die bei Allergien typische Erhöhung der Antikörper­konzentration der Klasse IgE nachzuweisen. Bei diesen Patienten liegen gehäuft eine familiäre Belastung für Allergien oder auch andere allergische Erkrankungen wie Nesselsucht, Heuschnupfen, Milchschorf oder ein endogenes Ekzem vor. Hauttests dienen der Bestimmung des auslösenden Allergens. Bei Unklarheit kann ein so genannter inhalativer Provokationstest durchgeführt werden. Hierbei atmet der Patient ein verdächtiges Allergen oder einen Reizstoff ein. Werden daraufhin typische asthmatische Symptome beobachtet, so ist der Auslöser identifiziert und sollte in Zukunft gemieden werden.

Unterscheidung verschiedener Asthmaarten:

Asthmaformen, bei denen sich eine genaue Ursache bzw. ein bestimmter äußerer Einfluss nicht nachweisen lässt, nennt man intrinsisches oder endogenes (von innen kommendes) Asthma. Ein durch äußere Einflüsse wie Allergene, Chemikalien oder Medikamente ausgelöstes Asthma wird als extrinsisches oder exogenes (von außen kommendes) Asthma bezeichnet.

Beim allergischen Asthma sind die Auslöser Allergene wie z.B. Duftstoffe, Exkremente von Hausstaubmilben, Lebensmittelinhaltsstoffe, Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierhaare. Typischerweise kommt es wenige Minuten nach Kontakt mit dem Allergen zum Auftreten der Beschwerden. Bei der Hälfte der allergisch verursachten Fälle kommt es ca. 6-10 Stunden später zu einem zweiten Schub von Atem­beschwerden.

Das Arzneimittelasthma tritt häufig in Kombination mit anderen, meist allergischen Asthmaformen auf. Etwa 10-20% aller Asthmatiker reagieren auf bestimmte Medikamente überempfindlich.

Im Wesentlichen handelt es sich bei diesen Medikamenten um saure Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (Entzündungshemmer) insbesondere durch Acetylsalicylsäure (ASS z.B. Aspirin®) ausgelöst. Auch Betarezeptorenblocker (Medikamente unter anderem gegen Bluthochdruck) können einen Asthmaanfall auslösen.

Das Arzneimittelasthma ist keine Allergie im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist diese Form der Arzneimittelunverträglichkeit die Folge einer möglicherweise erblich bedingten Stoffwechselabweichung. Besonders häufig beobachtet man das Arzneimittelasthma bei Frauen im mittleren Lebensalter. Die Erkrankung äußert sich insbesondere im Bereich der Nase mit Niesen und wässrigem Nasenfluss, später auch durch polypenartige Schleimhautwucherungen, die eine erhebliche Nasen­atmungsbehinderung darstellen.

Häufig ist das Belastungs- oder Anstrengungsasthma, das meist zusammen mit anderen Asthmaformen auftritt. Körperliche Belastung ist hier der Auslöser der Symptome. Kalte und trockene Luft begünstigt einen Asthmaanfall.

Ein Infektasthma wird durch Virusinfektionen der Atemwege ausgelöst. Bei jüngeren Kindern wird dies gelegentlich nach Infektionen mit Respiratory Syncytial und Parainfluenza Viren beobachtet, bei älteren Kindern nach Influenza- und Rhinovirusinfektionen. Das Infektasthma betrifft tendenziell eher Erwachsene.

Bei Asthmaerkrankungen ab einem Lebensalter von 30 sind allergische Faktoren nur zu 20% beteiligt. Die Erkrankung beginnt häufig im Anschluss an Infektionen der Luftwege, oft auch der Nasennebenhöhlen. Die Folge ist ein überempfindlich reagierendes Bronchialsystem.

Therapie von Asthma:

Die Ziele der Asthma-Therapie sind das Vermeiden von Asthma-Anfällen, die Verhinderung einer krankheitsbedingten Beeinträchtigung des täglichen Lebens und eine Wiederherstellung und Erhaltung einer normalen Lungenfunktion.

Da Asthma auf einer Entzündung der Bronchialschleimhaut beruht, steht die antientzündliche Behandlung im Vordergrund. Die bronchial­erweiternde Behandlung dient zur raschen und vorübergehenden Lösung der Bronchialverengung, behandelt das Asthma jedoch nur sympto­matisch und hat keinen nachhaltigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Entsprechend des Asthma- Schweregrades wurde ein dreistufiges Therapie-Schema erstellt. Neben der Häufigkeit, mit der die Asthma­symptome auftreten, dient die Überprüfung der Lungenfunktionswerte der Einordnung in die drei Schweregrade. Die Medikation wird dem jeweils aktuellen Schweregrad angepasst. Besondere Bedeutung kommt dem Peak-Flow-Wert zu, den jeder Asthmatiker mittels eines handlichen Peak-Flow-Meters täglich selbst überprüfen sollte.

Bei allen Asthmatherapie-Stufen werden bronchialerweiternde β2-Sympathomimetika “nach Bedarf“ inhaliert, wenn Atembeschwerden auftreten, oder vorbeugend vor größeren körperlichen Belastungen. Bronchienerweiternde Substanzen können inhaliert oder als Kapsel bzw. Tablette eingenommen werden. Generell werden die inhalative Anwendung bevorzugt. Die Wirkstoffe gelangen dann direkt über die Bronchien an den Entzündungsherd.

Eine vorbeugende Inhalation führt dazu, dass der Asthmatiker Sport ohne Beschwerden in der Regel zwei bis vier Stunden lang durchführen kann. Im Fall von Atembeschwerden reicht es aus, ein oder maximal zwei Hübe zu inhalieren. Wenn sich daraufhin innerhalb von fünf Minuten keine Besserung einstellt, ist eine Notfallbehandlung erforderlich. Treten Atembeschwerden häufiger auf, so dass täglich mehr als zehn Hübe eines β2-Sympathomimetikums benötigt werden, muss die Basistherapie vom Arzt neu eingestellt werden.

Asthma (Stufe 1): es sollte eine regelmäßige Inhalation von anti-entzündlichen Medikamenten erfolgen. Als nicht-steroidale Substanzen stehen Cromoglicinsäure (DNCG) und Nedocromil zur Verfügung. Kommt es jedoch trotz täglicher Anwendung von DNCG bzw. Nedocromil inner­halb von vier bis sechs Wochen nicht zu einer Stabilisierung der Peak-Flow-Werte und einer Abnahme tageszeitlicher Schwankungen, darf nicht gezögert werden, ein inhalatives Kortisonpräparat einzusetzen.

Asthma (Stufe 2): die anti-entzündliche Basisbehandlung erfolgt mit der regelmäßigen Inhalation von Kortison. Um nächtlichen Asthmaanfällen vorzubeugen, wird häufig ein verzögert wirkendes Theophyllin-Präparat verordnet. Alternativ kann ein lang wirkendes β 2-Sympathomimetikum inhaliert werden.

Asthma (Stufe 3): erweiternd kommt die Einnahme von Kortison­präparaten in Tablettenform hinzu.

Bei Kindern und Schwangeren sind besondere Therapievorschriften zu beachten. Sie sind in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Naturheilkundliche Therapie bei Asthma bronchiale:

Mit einer naturheilkundlichen Behandlung lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen deutlich bessern und die Dosis an schul­medizin­ischen Medikamenten reduzieren. Folgende Naturheil­verfahren kommen in Frage:

Ab- und Ausleitungsverfahren:

Wie z.B. je nach Indikation Aderlass, Schröpfen, Baunscheidtieren (Setzen von Reizen, um eine Entzündung “abzuleiten“)

Atemtherapie:

Zur Stärkung der Lungenfunktion und Verbesserung der Atemtechnik.

Eigenbluttherapie:

Auch zusammen mit homöopathischen Mitteln.

Ernährungstherapie:

Besonders wichtig ist die reichliche Flüssigkeitszufuhr, um die Schleim­häute feucht zu halten. Auf Lebensmittelallergene ist zu prüfen.

Homöopathie:

Können in der Basistherapie eingesetzt werden. Ein schwerer akuter Asthmaanfall ist keine Indikation für eine homöopathische Behandlung!

Mikrobiologische Therapie:

Häufig ist bei Asthmatikern eine ungünstige Zusammensetzung der Darmflora zu beobachten. Pre- und probiotische Mittel sind zu empfehlen.

Neuraltherapie:

Beseitigung von Störfeldern durch Injektionen in gestörte Gewebs­strukturen.

Ordnungstherapie:

Umstellung des Lebensstils mit viel Bewegung in frischer Luft, ausreichend Schlaf und Entspannungsübungen.

Phytotherapie:

Krampflösende und auswurffördernde Pflanzen sind z.B. Efeu, Spitz­wegerich, Thymian und Zwiebel (als Saft!)




Literatur
  • Bierbach, E.(Hrsg.): Naturheilpraxis Heute; Urban & Fischer, 2. Aufl.
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.: www.daab.de

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