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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Diät

Die ursprüngliche Bedeutung von Diät leitet sich vom griechischen "Diaita" ab, was soviel wie “Ordnung“ bedeutet. Die griechischen Ärzte verstanden unter "Diaita" eine Lebensordnung, die die Gesundheit des Geistes und des Körpers zu erhalten sucht. "Diaita" war ein Modell vernünftiger und naturgemäßer Lebensweise.

Der heutige Begriff Diät bezieht sich in der Ernährungswissenschaft auf eine Ernährungsweise, die bei bestimmten Krankheiten und/oder Über­gewicht erforderlich ist. Diätetische Lebensmittel dienen beson­deren Ernährungsanforderungen (z. B. glutenfreie Produkte bei Zöliakie).

Im Alltagsjargon steht der Begriff Diät fast ausschließlich für eine Ernährungsform mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme.

Diaita im Sinne einer Lebensordnung:

Der griechische Arzt Hippokrates (400 v.Chr.) entwickelte in seiner medizinischen Schule eine umfassende Gesundheitslehre, die er als “Diaita“ bezeichnete. Zur Diaita gehören sechs Aspekte einer gesunden Lebensführung. Sie sind im "Corpus Hippocraticus" zusammengefasst:


In diesen sechs Punkten fand die hippokratische Medizin ihren Ansatz zur Therapie des kranken Menschen, der durch umfassende diätetische Behandlung zu einer natürlichen Lebensordnung zurückgeführt werden sollte. Erneut zum Leben erweckt wurde der Begriff Diaita von Dr. H. Anemueller, der mit seiner “Grunddiät“ an die alte Bedeutung des Diätbegriffes anknüpft.

Diät als Ernährungsform für Bevölkerungsgruppen und bei bestimmten Krankheiten:


In der Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung) werden diätetische Lebensmittel definiert als Lebensmittel, die für eine besondere Ernährung bestimmt sind. In der Diätverordnung genannt werden auch bestimmte Bevölkerungsgruppen mit spezifischen Ernährungs-anforderungen. Dazu gehören zum Beispiel Kleinkinder und Säuglinge oder Sportler. Spezielle Ernährungsanforderungen haben zudem Menschen mit Krankheiten wie z. B. Bluthochdruck (natriumarm) oder Zöliakie (glutenfrei).

Diät als Ernährungsform zur Gewichtsreduktion:

Die Gemeinsamkeit der in einer nahezu unüberschaubaren Anzahl an­gepriesenen Diäten mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme liegt in der Reduzierung der Nahrungsenergiezufuhr. Nur wer weniger Nahrungs­energie zuführt als er verbraucht, wird Gewicht reduzieren! Die ver­schiedenen Diäten lassen sich aufgrund einiger wesentlicher ernähr­ungs­physiologischer Merkmale in die folgenden Gruppen unterteilen.

Diätgruppen
Ansatz
Beispiele
Formula

Stark energiereduziert, nähr­stoffdefinierte Produkte (meist in flüssiger Form)
Almased,
BCM, Slimfast
Individuell
Berücksichtigung individueller Stoffwechselgegebenheiten
Metabolic Balance und Typing
Low fat
Weniger Nahrungsfett (max. 30 % der Gesamtenergiezufuhr)
Low fat 30, Pfundskur
Low carb
Weniger Kohlenhydrate (teilweise unter 30 g/Tag)
Atkins-Diät, Dukan-Diät, South-Beach-Diät
Slow carb
Weglassen stark Blutzucker er­höhender Kohlenhydratträger – Berücksichtigung von Glykämi­schem Index, Glykämischer Last
Glyx-Diät, LOGI-Diät
Proteinreich
Hoher Eiweißanteil, um den Stoffwechsel anzuregen und Muskelabbau zu verhindern
Dukan-Diät
Tageszeit
Berücksichtigung der Tageszeit; Verzicht auf kohlenhydratreiche Lebensmittel am Abend; Drei- Mahlzeiten-Prinzip
Insulin-Trennkost (Schlank im Schlaf)
Trennkost
Keine gemeinsamer Verzehr von Eiweiß und Kohlenhy­draten, bei Insulin Trennkost beim Mittagessen erlaubt
Hay`sche Trennkost
Insulin-Trennkost
Volumetrics Berücksichtigung von Ballaststoffreichen Lebensmitteln  - Volumen macht satt
Volumetrics


In regelmäßigen Abständen werden die populärsten auf dem Markt angebotenen Diäten zur Gewichtsreduktion von der Stiftung Warentest in einem Sonderheft beschrieben und bewertet. Vor- und Nachteile können dort im Detail nachgelesen werden.

Vor- und Nachteile von Diäten:

Die Erfolge der "Kurzzeit-Crashdiäten" wie z.B. vieler Formula-Diäten sind hauptsächlich auf den Verlust von Körperwasser zurückzuführen. So liegt der Anteil des Wassers am Gewichtsverlust bei einer 1000-kcal-Diät bei bis zu 70%. Der größte Teil dieses Wassers wird nach der Diät wieder eingelagert. Der durchschnittliche Gewichtsverlust für eine Woche beträgt bei einer 1000-kcal-Diät etwa 1 kg. Allerdings gibt es hier sehr starke individuelle Schwankungen.

Ein weiterer Nachteil der allzu schnellen Gewichtsabnahme ist das Absinken des Grundumsatzes während der Diät um bis zu 40%. Bei häufigen Diäten kann es zu einer Stoffwechselentgleisung kommen, so dass der Grundumsatz nach der Diät nicht wieder seinen Ausgangswert erreicht. Dies kann für die Betroffenen bedeuten, dass sie dann bei einer Kalorienaufnahme von nur 1500 kcal gerade noch ihr Gewicht halten. Dieses Phänomen wird als Jojo-Effekt bezeichnet. Die einzige Möglichkeit den Stoffwechsel wieder in die Balance zu bringen, liegt in vermehrter körperlicher Aktivität und im Aussetzen der Diäten.

Diäten mit einer anfänglichen deutlichen Gewichtsverminderung können motivierend wirken und eine notwendige langfristige Ernährungs- und Lebensstilumstellung begünstigen.

Den besten Erfolg hat langfristig die Kombination folgender Faktoren:
  • Veränderung des Essverhaltens
  • Moderate Einschränkung der Energiezufuhr (Energielücke von rund 500 kcal zwischen dem Energiebedarf und der Energiezufuhr)
  • Fitness: sowohl Kraft als auch Ausdauertraining
  • Für die eigene Zufriedenheit sorgen – Stressbewältigung
  • Schlafhygiene – Zusammenhänge zwischen schlechtem bzw. mangelhaftem Schlaf und Übergewicht sind nachgewiesen

Der Veränderung des Essverhaltens kommt eine bedeutende Rolle bei dem Erfolg einer dauerhaften Gewichtsreduktion zu. Das Ziel liegt in einer Veränderung des Lebensstils (s.o.). Es gilt die internen Hunger- und Sättigungssignale wieder eindeutig wahrzunehmen und von emotionalen Überlagerungen wie Frust, Langeweile, innere Leere usw. zu trennen.

Diätmissbrauch:

Häufige Diäten mit starken Gewichtsschwankungen können zu Essstörungen und schlechter Nährstoffversorgung führen. Zur Gewichtsregulation sind häufige extrem kalorienarme Diäten nicht geeignet, meist sogar schädlich. Zu den nachgewiesenen Folgen von "Crash-Diäten" mit einer Energiezufuhr von unter 1.000 kcal zählen:
  • Ständiges Denken ans Essen
  • Absinken des Grundumsatzes (=Gewichtszunahme}
  • Nicht mehr satt werden können
  • Heißhungeranfälle
  • Stagnierende Gewichtsabnahme
  • Gesteigerte Zunahme des Fettgewebes im Anschluss an die Hungerphase
  • Konzentrations- und Denkstörungen
  • Soziale und sexuelle Störungen
  • Fruchtbarkeitsstörungen



Literatur
  • Peters, A.: Mythos Übergewicht; Bertelsmann Verlag
  • Stiftung Warentest – Sonderheft: 90 Diäten im Test
  • Verbraucherzentrale NRW: Gewicht im Griff; www.verbraucherzentrale.de
  • www.unitefordiabetes.org/campaign/resolution.html

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den Eden Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.


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