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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Faulbaum

Der Faulbaum, ein in Europa und in den gemäßigten Zonen Asiens heimischer baumartiger Strauch, findet sich überall in lichten Laubwäldern, an Teich- und Moorrändern. Er zählt zur Familie der Kreuzdorngewächse und wird gerne in Parkanlagen angepflanzt. Die Rinde wird im Frühjahr von den abgeholzten Zweigen abgeschält und dann an einem luftigen Ort getrocknet.

Botanischer Name:   Verwendete Pflanzenteile:
Faulbaum - Rhamnus frangula L.   Rinde = Cortex (arzneitaugliche Rinde muss 1 Jahr gelagert sein)
Kreuzdorngewächs    

Inhaltsstoffe:

Wirkungen:
  • abführend; innerhalb der abführwirksamen Anthrachinondrogen gilt Faulbaumrinde als mildes Mittel

Nebenwirkungen:
  • Bei bestimmungsgemäßem, d.h. nach sehr kurzfristigem Gebrauch, sind keine Nebenwirkungen bekannt.
  • Bei empfindlichen Menschen kann es zu krampfartigen Bauchschmerzen kommen.
  • Bei langfristigem Gebrauch (auch Missbrauch) kommt es zu zum Teil deutlichen Kaliumverlusten. Als Folge davon kann die Nervenreizleitung und auch die Muskeltätigkeit des Darms herabgesetzt sein.
    Eine weitergehende Kaliumverarmung kann sich in massiver Herz-Arbeitsschwäche äußern. Desweiteren werden Veränderungen der Darmschleimhaut beobachtet.

Gegenanzeigen:
  • Darmverschluss
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Chronische Verstopfung
  • Herzschwäche
  • Bluthochdruck

Faulbaumrinde wird verwendet:
  • Kurzfristig bei Entleerungsstörungen durch Reise, Klima oder ernährungsbedingte Veränderungen
  • Zur Operationsvorbereitung und nach Operationen in Verbindung mit Erkrankungen, bei denen eine Druckbelastung unerwünscht ist

Darreichungsform:


Tee, Tropfen, Tonica, Tabletten, Dragees, Früchtewürfel

Sonstiges:

Anthrachinonhaltige Präparate sind seit dem 1.11.1990 apothekenpflichtig. Da anthrachinonhaltige Abführmittel bei langfristiger Anwendung überhaupt erst Verstopfung verursachen, stellen sie kein therapeutisches Konzept zur Problemlösung dar. Zur Entwöhnung nach langfristigem Anthrachinongebrauch ist neben einer allmählichen Dosisreduzierung auf eine kaliumreiche Kost, eine ballaststoffreiche Ernährung, eine ausreichend hohe Flüssigkeitszufuhr und reichlich Bewegung zu achten. Eine solche Umstellungsperiode dauert erfahrungsgemäß vier bis sechs Wochen.

Medizinisch vertretbar bleiben nach wie vor nur kurzfristige Anwendungen.

Wortlaut der für die Standardzulassung vorgeschriebenen Packungsbeilage:

Anwendungsgebiete

Verstopfung; alle Erkrankungen, bei denen eine leichte Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist, wie z. B. bei Analfissuren, Hämorrhoiden und nach rektal-analen operativen Eingriffen.

Gegenanzeigen

Faulbaumrindezubereitungen sind nicht anzuwenden bei Vorliegen von Darmverschluss sowie während der Schwangerschaft und der Stillzeit.

Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht bekannt. Bei häufiger und langdauernder Anwendung oder bei Überdosierung ist ein erhöhter Verlust von Wasser und Salzen, insbesondere von Kaliumsalzen möglich. Weiterhin kann es zur Pigmenteinlagerung in der Darmschleimhaut (Melanosis coli) kommen.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Auf Grund erhöter Kaliumverluste kann die Wirkung von Herzglykosiden verstärkt werden.

Dosierungsanleitung und Art der Anwendung

Etwa ein halber Teelöffel voll Faulbaumrinde wird mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Soweit nicht anders verordnet, wird morgens und/oder abends vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch bereiteter Tee getrunken.

Dauer der Anwendung

Tee aus Faulbaumrinde soll nur wenige Tage eingenommen werden. Bei längerer Anwendung sollte der Arzt befragt werden.

Hinweis

Um den Darm zu normaler Funktion zu erziehen, ist auf eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie möglichst viel Bewegung zu achten.

Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.



Literatur
  • Schilcher, H.: Kleines Heilkräuterlexikon; Diaita Verlag, Bad Homburg.
  • Wichtl, M.: Teedrogen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
  • Pahlow, M.: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Gräfe + Unzer Verlag.
  • Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; Hippokrates Verlag.

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