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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Fluor


Fluor ist in elementarer Form ein gelbgrünliches, stechend riechendes Gas, das äußerst reaktionsfreudig und sehr giftig ist.
Nicht dem Fluor, sondern dem elektrisch geladenen Fluorid, wird in der Kariesvorbeugung eine zentrale Rolle zugeschrieben. Zur Fluoridierung von Trinkwasser werden vor allem Natriumfluorid und Ammoniumfluorsilikat eingesetzt.

In der Literatur wird häufig von Fluor gesprochen, obwohl das Fluorid gemeint ist.
Etwa 99 % des Fluoridbestandes im menschlichen Organismus befinden sich in Knochen und Zähnen gebunden. Da der Knochen Fluorid speichern kann, ist sein Fluoridgehalt unterschiedlich und wird mit 2 - 20 g angegeben.

Fluorid als essentielles Spurenelemt:

Fluorid ist als essentielles Spurenelement für die Mineralisation des Skeletts und der Zähne unentbehrlich. Die Apatitkristalle des Zahnschmelzes bilden sich nur in Gegenwart von Fluoridspuren.

Resorption und Ausscheidung:

Oral aufgenommene anorganische Fluorsalze werden zu 80 - 97 % resorbiert. Bei der üblichen Ernährung liegt die Resorptionsquote bei 80 %. Die Verwertung der resorbierden Fluoride wird vom Versorgungszustand des Organismus bestimmt. Die Ausscheidung von Fluoriden über Schweiß und Speichel ist gering und unabhängig vom Versorgungszustand.

Fluoridstoffwechsel bei Kindern und Erwachsenen:

Kinder weisen eine positive Fluoridbilanz auf, da sie weniger Fluoride ausscheiden als sie aufnehmen, denn junges fluoridarmes Knochengewebe nimmt besonders leicht Fluoride auf.
Fluoride entfalten ihre Wirkung im wesentlichen nach der Geburt. Präeruptiv, d.h. vor dem Zahndurchbruch, bewirken sie einen hohen Fluorapatitanteil im Schmelz. Nach dem 12. Lebensjahr, wenn alle Zähne durchgebrochen sind, ist allein die Förderung der Remineralisation von Bedeutung. Dabei spielt hauptsächlich die lokale Verabreichung (z.B. durch fluoridhaltige Zahnpasta) eine Rolle. Nach abgeschlossenem Wachstum ist die Fluoridbilanz ausgeglichen. Erwachsene, die über längere Zeit fluoridhaltiges Wasser trinken, scheiden praktisch das gesamte aufgenommene Fluorid mit dem Harn aus, während die Ausscheidung bei Kindern wesentlich geringer ist.

Fluoride und Zahnkaries:

In den 30er Jahren entdeckte der amerikanische Zahnarzt Dean, dass die Karieshäufigkeit mit zunehmendem Fluoridgehalt des Trinkwassers sinkt. Die kariesvorbeugende Wirkung des Fluorids wird auf drei Wirkungsmechanismen zurückgeführt:

  1. Fluorid verdrängt aufgrund seiner höheren Bindungsfähigkeit die OH-Gruppe des Hydroxylapatits. Es entsteht Fluorapatit, das den Zahnschmelz gegenüber Säureätzung wiederstandsfähiger macht.
         
    Ca5 (PO4 )3 OH + F   Ca5 (PO4 )3 F + OH
         
    Hydroxylapatit   Fluorapatit
         
  2. Säureangriff zerstört durch Herauslösen des Ca++ und HPO4-- das Apatit. Hohe Fluoridkonzentrationen an der Schmelzoberfläche begünstigen den Wiedereinbau der noch vorliegenden Ionen, so dass wieder Apatit entsteht.

  3. In den Bakterien der Plaques (Zahnbeläge) können Fluoride, wenn sie in hohen Konzentrationen vorliegen, zum einen den Transport der Saccharose in die Bakterienzelle, zum anderen an der Glycolyse beteiligte Enzyme hemmen. Auf diesem Weg wird die Säurebildung reduziert.
Empfohlene Fluoridzufuhr:

Empfehlenswerte Höhe der Zufuhr: (in mg Fluorid/Tag) Quelle: Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Umschau Verlag, 5. Überarbeitung 1991.

Fluoridvergiftung:

Fluoride können zu schweren Vergiftungen führen, insbesondere, wenn die Ausscheidung über die Nieren beeinträchtigt ist.
Es taucht deshalb immer wieder die Frage nach Sinn und Unsinn der Einnahme von Fluoridtabletten bzw. einer Trinkwasserfluoridierung auf.
Die wissenschaftliche Fachwelt führt zu diesen Themen sehr kontroverse Diskussionen. Erstes Symptom einer zu hohen Fluoridaufnahme ist das Auftreten von Schmelzflecken (Dentalfluorose) auf den Zähnen. Außerdem werden verschiedene Enzyme gehemmt. In Gebieten mit abnorm hohen Fluoridkonzentrationen des Trinkwassers (zwischen 8 und 16 mg/l) tritt die Osteosklerose auf, bei der die Knochendichte vergrößert ist. Auch Nervenstörungen können bei einer sehr hohen Zufuhr auftreten.

Fluoridgehalt von Lebensmitteln:Hauptquellen für die Fluoridzufuhr über die Nahrung sind: Nach neueren Studien ist der Beitrag der "festen" Nahrung zur Fluoridversorgung deutlich geringer als bisher angenommen. Es ist nicht zu befürchten, dass das Fluorid aus der festen Nahrung und aus Getränken zu einer Überdosierung während der Zahnbildungsphase führt und die Entstehung von fluoridbedingten Schmelzflecken fördert.

Quelle: Schraitle, R; Siebert, G.: Neubewertung der Fluoridzufuhr mit der Nahrung; Ernährungs-Umschau 33(1986) Heft 5, S. 153 - 155.



Literatur
  • Ratgeber: Vitamine und Mineralstoffe; Deutscher Reform Verlag, Bad Homburg.
  • Zeitschrift: Vitamine/Mineralstoffe/Spurenelemente erscheint vierteljährlich - Hippokrates Verlag, Stuttgart.
  • Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr; Deutsche Gesellschaft für Ernährung - Umschau Verlag, 5. Überarbeitung, 1991
  • Lang, K.: Wasser, Mineralstoffe, Spurenelemente; Steinkopff Verlag.
  • Souci-Fachmann-Kraut: Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen 1994; medpharm Scientific Publishers, Stuttgart.

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