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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Fruktoseintoleranz


Die Fruktoseintoleranz, auch Hereditäre Fruktose-Intoleranz (HFI) genannt ist eine genetisch (autosomal-rezessiv) bedingte Abbaustörung der Fruktose, also des Fruchtzuckers. Dabei ist die Aktivität eines Fruktose abbauenden Enzyms (Aldolase B) stark vermindert. Angaben über die Häufigkeit schwanken in der Literatur stark (1 : 20.000 bis 1 : 130.000).
Abzugrenzen von der Fruktoseintoleranz ist die Fruktosemalabsorption, bei der die Fruktoseaufnahme (Resorption) im Darm gestört ist.

Biochemischer Hintergrund:

Ursache der Fruktoseintoleranz ist der Aktivitätsverlust des Fruktose-1-Phosphat und Fruktose -1,6-Biphosphat spaltenden Enzyms Fruktaldolase B.
Infolge dieser Aktivitätsminderung häuft sich Fruktose-1-Phosphat an, ein Stoffwechselzwischenprodukt, das leberschädigend wirkt und Unterzuckerungserscheinungen hervorruft.

Symptome:

Erste Zeichen nach fructosehaltigen Mahlzeiten sind Beschwerden im Magen- und Darmtrakt sowie Unterzuckerungserscheinungen mit Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Schwitzen, Zittern, Lethargie und z.T. Krampfanfällen. Bei fortgesetzter Fructosezufuhr kommt es beim Säugling zu Gedeihstörungen, fortschreitender Leberfunktionsstörung (Hepatosplenomegalie, Ikterus, schwere Gerinnungsstörung, Ödeme und Aszites) und immer auch zu einem Nierendefekt (renal-tubulärer Schaden).
Patienten entwickeln in der Regel eine ausgeprägte Abneigung gegen fructosehaltige Speisen. Dieses stellt einen effektiven Selbstschutz dar, wodurch schwere Stoffwechselkrisen verhindert werden können. Zusätzlich ist die Aversion gegen fruktosehaltige Nahrungsmittel (z.B. Süßigkeiten, Obst) ein wichtiger Hinweis auf eine HFI.

Diagnose:

Folgende Verfahren werden eingesetzt:

Auslöser der Beschwerden:

Auslöser der Symptome sind fruktose (fruchtzucker)- oder saccharose (haushaltszucker)-haltige Nahrungsmittel. Intravenös applizierbare Fruktose-Lösungen sind auf dem Markt kaum noch erhältlich, so dass die intravenöse Fruktosebelastung zukünftig an Bedeutung verlieren wird.
Beim Säugling treten die Symptome in der Regel bei Übergang auf Beikost (Säfte, Früchte, Gemüse, Honig) während des Abstillens oder auf eine saccharosehaltige Folgenahrung auf.
Je jünger ein Kind und je größer die aufgenommene Fruktosemenge ist, desto schwerer ist die Symptomatik.

Therapie

Im Säuglingsalter dürfen keinerlei fructosehaltige Lebensmittel mehr zugeführt werden. Das betrifft alle Nahrungsmittel, welche natürlicherweise Fruktose, Saccharose oder Sorbit enthalten oder denen diese Substanzen zugesetzt wurden.
Achtung: Medikamente in Form von Säften müssen ebenfalls geprüft werden! Wegen des Verzichts auf Obst sollte eine Nahrungsergänzung v.a. mit Vitamin C erfolgen.
Während der Kindheit sollten Wachstum und Leberfunktion regelmäßig kontrolliert werden. Wiederholte Schulung von Patienten und Eltern in der Diät ist notwendig, um eine fehlerfreie selbständige Durchführung der Diät zu ermöglichen.
Mit zunehmendem Alter erhöht sich die Toleranz gegenüber Fruktoseleicht, so dass Kinder täglich bis zu 0,5 - 1 g und Erwachsene bis zu 2,5 g Fructose klinisch tolerieren können.
Die Prognose ist unter kontrollierter Diät gut, wenn auch gewisse histologisch nachweisbare Leberveränderungen bestehen bleiben können. Ein Notfallausweis sollte immer mitgenommen werden. Eine genetische Beratung ist sinnvoll.

Fruktosearme Ernährung:

Bei Patienten mit einer Fructoseintoleranz oder einer Fructosemalabsorption ist abzuwägen, ob eine fructosearme oder eine streng fruktosearme Diät angezeigt ist.
Der Erfolg, der streng fruktosearmen Diät stellt sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen ein. Die Betroffenen nennen keine Übelkeit und keine Durchfälle mehr. Die Oberbauchschmerzen sind rückläufig. Blähbauch und Heißhunger bleiben noch etwas länger bestehen, müssen aber auch rückläufig sein, wenn die Diät eingehalten wird.
Nach einer Aufstellung der Selbsthilfegruppe Fructoseintoleranz sind folgende Lebensmittel erlaubt bzw. verboten:

Erlaubte Lebensmittel: Verbotene Lebensmittel: Vorsicht ist geboten bei Packungen mit der Beschriftung - zuckerfrei - , weil z.T. in diesen Produkten Sorbit zugesetzt worden ist.

Adressen: Bei der Selbsthilfegruppe sind Broschüren über die Fructoseintoleranz zu bestellen!

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