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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Futtermittel

Der Begriff Futtermittel umfasst alle Nahrungsmittel für Tiere, primär die der landwirtschaftlichen Nutztiere, aber auch der Sport- oder Haustiere.
Futtermittel sollen eine optimale Versorgung des Tieres mit allen essentielen Nährstoffen gewährleisten.

Da die Anforderungen hinsichtlich der Nährstoffversorgung von Tierart zu Tierart unterschiedlich sind, müssen Futtermittel auf Verwendungszweck und Tierart zugeschnitten werden.

Der Futtermittelbedarf in Deutschland übersteigt den Getreidebedarf für die menschliche Ernährung um ein vielfaches. Aktuell liegt der Verbrauch bei ca. 66 Mio. Tonnen jährlich. Der Getreideverbrauch liegt dagegen nur bei ca. 8 Mio. Tonnen/Jahr.

Arten der Futtermittel:

Futtermittel können in verschiedene Unterkategorien eingeteilt werden:

  1. nach Inhaltsstoffen
  2. nach der Funktion
  3. nach (äußeren) Eigenschaften

1. nach Inhaltsstoffen:

Nährstoffart Gewonnen aus
Eiweiß Nebenprodukten der Ölextraktion oder Alkoholerzeugung (35 - 65 % Protein)
Grünfutter Gesamte Pflanze (Gras, Getreide – v. a. Mais Leguminosen); hoher Anteil an Struktur-Kohlenhydraten, besonders Pferde, Wassergeflügel, Wiederkäuer
Öl Ölsamen wie Raps, Soja, Sonnenblumen etc.
Stärke Knollen, Körner und Samen (z. B. alle Getreidearten, Kartoffeln, Hirse, Leguminosen) besonders geeignet für Geflügel, Schweine, Wiederkäuer
Tierische Im Zuge des BSE-Skandals trat am 02. Dezember 2000 ein Gesetz in Kraft, das die Verfütterung von Tiermehl und Tierfetten an alle Nutztiere verbietet
Sonstige Bei industrieller Produktion als Nachprodukte ((z. B. Kleie, Schlempe, Treer, Trester, Rübeschnitzel, Melasse); die Verfütterung von Speiseresten ist seit 2006 verboten! Futtermittel aus der Natur (z. B. Fischmehl)

2. nach Funktion:

Funktion Charakteristik
Alleinfutter Alle notwendigen Nährstoffe - Einsatz in Geflügel- und Schweinehaltung
Einzelfuttermittel hauptsächlich die verschiedenen Getreidearten (z. B. Gerste, Weizen, Ölkuchen und Schrote aus Soja oder Raps)
Ergänzungsfuttermittel Ergänzt das Einzelfutter und gewährleistet so eine bestmögliche Versorgung
Mischfuttermittel Mischen von Einzelfuttermitteln, optimal auf den Bedarf abgestimmt; kann als Alleinfutter oder Ergänzungsfutter eingesetzt werden
Spezialfutter Erfüllen besondere Anforderungen der Tierernährung wie z. B. Bio-Futter, Diätfutter,  Eiweißkonzentrate, Rohprotein- und phosphorarmes Mastfutter (RAM-Futter)
Zusatzstoffe werden Futtermitteln zugesetzt, um eine bestmögliche Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen zu gewährleisten. Hierzu zählen: Essentielle Aminosäuren (für die jeweilige Tierart und -rasse, häufigste hergestellte Aminosäuren für Futtermittel sind: DL-Methionin und L-Lysin), Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente) und Vitamine


3. nach (äußeren) Eigenschaften^

Grünfutter

Melassefutter 

Pellets

Raufutter 

Grobfutter 

Saftfutter

Futtermittel-Übersicht

Einzelfuttermittel Mischfutter
z. B. Getreidekörnern Alleinfutter Ergänzungsfutter Spezialfutter
Ölsaaten und Früchte z. B. Schweinemast z. B. Milchleistungsfutter z. B. Diätfutter
Leguminosen z. B. Legehennenmast Eiweißkonzentrat Heimtierfutter
Knollen und Wurzeln   Mineralfutter Versuchstierfutter

Zusatzstoffe

Fütterungsarzneimittel


Modifiziert nach Wikipedia

Futtermittelanalytik:

Um den Nährwert oder Schadstoffgehalt eines Futtermittels zu ermitteln, werden verschiedene Analysemethoden angewandt.

Die bekannteste Analysemethode ist die “Weender Futtermittelanalyse“.
Diese Methode dient der Ermittlung der Inhaltsstoffe eines Futtermittels und wird in verschiedene Bestandteile unterschieden wie organische Substanz, Rohasche (XA), Rohfaser (XF), Rohfett (XL), Rohprotein (XP), Rohwasser Stickstofffreie Extraktstoffe (NfE) und die Trockenmasse.

Grundlage der Ermittlung ist die Trockenmasse. Die Ermittlung der Inhaltsstoffe eines Futtermittels ist von Bedeutung, da für jedes Tier bestimmte Mindest- bzw. Höchstwerte per Verordnung vorgeschrieben sind.

Da bei der Weender Futtermittelanalyse Struktur-Kohlenhydrate nicht berücksichtigt werden, wurde die “Ergänzende Faseranalyse nach van Soest“ erfunden. Dieses Verfahren dient der genaueren Differenzierung in Struktur- und Nichtstruktur-Kohlenhydrate.

Zur Bestimmung des Protein-, Fett-, Rohfaser- und Feuchtgehaltes in Futtermitteln wird die Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) angewandt.

Verfügbarkeit von Nährstoffen:

Die Verfügbarkeit der Nährstoffe in Futtermitteln spielt eine wesentliche Rolle. In den verschiedenen Futtermitteln variiert die Verfügbarkeit der Futtermittel stark. Unter “Verfügbarkeit“ in diesem Zusammenhang versteht man die Fähigkeit der Resorption durch den Organismus.

Die Verfügbarkeit hängt von vielen tierspezifischen Faktoren ab. In der menschlichen Ernährung können fettlösliche Vitamine beispielsweise nur in Anwesenheit von Fetten aufgenommen werden.

Bei Rindern können Proteine nur in bestimmten Kombinationen ausgenutzt werden. Die Magenflora des Rindes besteht aus Bakterien, die nicht mehr optimal arbeiten, sobald ein bestimmtes Protein fehlt.

Durch verschiedene Rahmenbedingungen kann die Nährstoffverfügbarkeit beeinflusst werden. So wirken sich z. B. eine falsche Futtergabe oder eine zeitliche falsche Fütterung negativ auf die Nährstoffaufnahme aus. Ebenso spielt der zeitliche Ablauf der Fütterung und die Reihenfolge an einen Futtertag eine wesentliche Rolle.

Gesetzliche Vorschriften:

Die Herstellung, Lagerung, Verarbeitung, Verwendung und der Vertrieb von Futtermitteln ist in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt. Neben Europäischen Rechtsvorschriften (EG-Verordnungen), die in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten, existieren die nationalen Restvorschriften.

Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch

Futtermittelverordnung

Weitere Verordnungen sind die Futtermittelkontrolleur-Verordnung und die Futtermittel-Probennahme-und-Analyse-Verordnung

Dioxin in Futtermitteln:

Das unerlaubte Einmischen von Fettsäuren in Futtermittel für Nutztiere hat zur Kontamination mit Dioxin geführt.

Durch diese Verunreinigung der Futtermittel, die die Tiere aufnehmen, kam es wiederum zu einer Dioxin-Belastung in tierischen Erzeugnissen. In Eiern und Schweinefleisch konnten Werte, die knapp über den Höchstgrenzen lagen, ermittelt werden. In Rindfleisch oder Milch wurden keine Überschreitungen festgestellt.

Da die Werte nur geringfügig höher liegen, als die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerte für Dioxine in tierischen Erzeugnissen, besteht keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit.

Futtermittel für Kleintiere:

Neben dem Nutztierfuttermittel gibt es auch Futtermittel für Haustiere. Allerdings wird dies meist unter der Beschreibug “Heimtierfutter“ oder “Heimtiernahrung“ angeboten. Für jede Art des Haustieres (z. B. Hunde, Katzen, Vogelfutter) gibt es dabei speziell abgestimmtes Futter.




Literatur

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