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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Lebensmittelüberwachung

Die Lebensmittelüberwachung dient grundsätzlich dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher. Durch Behörden, die für die Lebensmittelüberwachung zuständig sind, soll vor Gefahren durch Lebensmittel, Tabakerzeugnisse, kosmetische Mittel und Bedarfsgegenstände geschützt werden. Zudem stellen die Behörden sicher, dass der Verbraucher weder getäuscht, noch in die Irre geführt wird.

Aufgaben:

Betriebe und die von ihnen hergestelten Erzeugnisse werden stichprobenartig von den zuständigen Behörden darauf überprüft, ob die Rechtsvorschriften zum Schutz der Verbraucher eingehalten werden.

Grundlagen für die Rechtsvorschriften der Lebensmittelüberwachung stellen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, sowie verschiedene EU-Verordnungen dar.

Untersuchte Betriebe:

Alle Betriebe, in denen Lebensmittel hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden, werden regelmäßig überprüft. Die Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung erscheinen unangekündigt beim Hersteller, den Geschäften des Lebensmitteleinzelhandels sowie in allen Betrieben in denen Lebensmittel verarbeitet werden.

Organisation:

Grundsätzlich gilt in Deutschland: Lebensmittelüberwachung ist Aufgabe der Länder. In der folgenden Übersicht sind die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Institutionen aufgelistet:

Die obersten Behörden sind für die Planung der Lebensmittelüberwachung auf Landesebene zuständig und delegieren die Aufgaben an unterstellte Behörden. In Nordrhein-Westfalen ist dies z. B. das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV).

Bei den oberen Behörden kann nachgefragt werden, welche Behörde bzw. welches Amt vor Ort zuständig ist.

Bundesland Zuständig für die Lebensmittelüberwachung
Baden Württemberg Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum
Postfach 10 34 44 / 70029 Stuttgart
Tel.: 07 11 / 1 26-0 Fax: 07 11 / 1 26-22 55
E-Mail: poststelle@mlr.bwl.de
Bayern Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Rosenkavalierplatz 2 / 81925 München
Tel.: 0 89 / 92 14-00 Fax: 0 89 / 92 14-22 66
E-Mail: poststelle@stmugv.bayern.de
Berlin Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Oranienstraße 106 / 10969 Berlin
Tel.: 0 30 / 90 28-0 Fax: 0 30 / 90 28-20 56
E-Mail: poststelle@senguv.berlin.de
Brandenburg Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz
Heinrich-Mann-Allee 103 / 14473 Potsdam
Tel.: 03 31 / 8 66-0 Fax: 03 31 / 8 66 -70 70 oder -70 71
E-Mail: poststelle@mluv.brandenburg.de
Bremen Der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales
Contrescarpe 72 / 28195 Bremen
Tel.: 04 21/3 61- 20 77 Fax: 04 21/3 61-1 02 49
E-Mail: verbraucherschutz@gesundheit.bremen.de
Hamburg Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz
Hamburger Str. 37 / 22083 Hamburg
Tel.: 040 / 42863-0 Fax: 040 / 42863-37 22
E-Mail: poststelle@bsg.hamburg.de
Hessen Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Str. 80 / 65189 Wiesbaden
Tel.: 06 11 / 8 15-0 Fax: 06 11 / 8 15 -19 41
E-Mail: poststelle@hmulv.hessen.de
Mecklenburg-Vorpommern Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Paulshöher Weg 1 / 19061 Schwerin
Tel: 03 85 / 5 88-0 Fax: 03 85 / 5 88-60 24 oder -60 25
E-Mail: poststelle@lu.mv-regierung.de
Postanschrift: 19048 Schwerin
Niedersachsen Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Calenberger Straße 2 / 30169 Hannover
Tel.: 05 11 / 1 20-0 Fax: 05 11 / 1 20-23 85
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Postanschrift: Postfach 243, 30002 Hannover
Nordrhein-Westfalen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Schwannstr. 3 / 40476 Düsseldorf
Tel.: 02 11 / 45 66-0 Fax: 02 11 / 45 66-3 88
E-Mail: poststelle@munlv.nrw.de
Rheinland-Pfalz Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz
Kaiser-Friedrich-Str. 1 / 55116 Mainz
Tel.: 0 61 31 / 16-0 Fax: 0 61 31 / 16-46 46
E-Mail: Poststelle@mufv.rlp.de
Postanschrift: Postfach 31 60, 55021 Mainz
Saarland Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz
Ursulinenstr. 8-16 / 66111 Saarbrücken
Tel.: 06 81 / 5 01-0
E-Mail: poststelle@gesundheit.saarland.de
Postanschrift: Postfach 10 21 33, 66021 Saarbrücken
Sachsen Sächsisches Staatsministerium für Soziales
Albertstraße 10 / 01097 Dresden
Tel.: 03 51 / 5 64-0 Fax: 03 51 / 5 64-58 50
E-Mail: poststelle@sms.sachsen.de
Sachsen-Anhalt Ministerium für Gesundheit und Soziales
Turmschanzenstr. 25 / 39114 Magdeburg
Tel.: 03 91 / 5 67-01 Fax: 03 91 / 5 67-46 21
E-Mail: poststelle@ms.lsa-net.de
Postanschrift: Postfach 39 11 55, 39135 Magdeburg
Schleswig-Holstein Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Mercatorstraße 7 / 24106 Kiel
Tel.: 04 31 / 9 88-0 Fax: 04 31 / 9 88-72 39
E-Mail: poststelle@mlur.landsh.de
Postanschrift: Postfach 50 09, 24062 Kiel
Thüringen Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Werner-Seelenbinder-Str. 6 / 99096 Erfurt
Tel.: 03 61 / 37-9 00 Fax: 03 61 / 37-9 88 00
E-Mail: poststelle@tmsfg.thueringen.de
Postanschrift: Postschließfach 900 354, 99106 Erfurt


Gesetzliche Vorschriften:

Zahlreiche Gesetze, Rechtsvorschriften und Verordnungen sollen die Verbaucher/innen vor gesundheitlichen Schäden, sowie Täuschung und und Irreführung schützen.

Der Lebensmittelüberwachung stehen dabei folgende Gesetze und Verordnungen zur Verfügung, um für die Umsetzung der Rechts-vorschriften zu sorgen:

Vorgehen der Lebensmittelüberwachung:

Jeden Tag überprüft die amtliche Lebensmittelüberwachung Missstände in Handel, Gaststätten, Herstellerbetrieben oder Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung.
In den häufig unangemdeldeten Betriebsbesichtigungen nehmen die Kontrolleure gezielt Proben und überprüfen, ob die Regeln zum Schutz des Verbrauchers eingehalten werden.

In der Regel werden dabei die angebotenen Speisen kontrolliert.
Die Lebensmittelüberwachung schreitet unter anderem auch ein, wenn sich Verbraucher beschweren, oder Erkrankungen nach dem Verzehr einer Speise oder der Benutzung eines Gegenstandes auftreten.

Probenarten

Die Lebensmittelüberwachung unterscheidet verschiedene Arten der Proben:

  1. Planproben
  2. Außerplanmäßige Proben

1. Planproben

Die obersten Landesbehörden für Lebensmittelüberwachung erstellen für die Lebensmittelüberwachung Pläne, mit denen die bundesweite regelmäßige Überprüfung der Betriebe und ihrer Erzeugnisse gewährleistet werden.

Diese regelmäßigen Untersuchungen nennen sich Planproben. Ihre Aufgabe ist es, eine risikoorientierte Probenauswahl der verschiedenen Erzeugnisse zu untersuchen. Dazu zählen vor allem Produkte, die nach aktuellem Kenntnis- und Entwicklungsstand als kritisch anzusehen sind, als auch Produkte, die in der Vergangenheit negativ in Erscheinung getreten sind.

Abhängig von der Einwohnerzahl, wird eine bestimmte Anzahl an Proben untersucht. Dabei werden pro 1.000 Einwohnern jeweils fünf Lebensmittelproben und 0,5 Proben Bedarfsgegenstände, Kosmetika und Tabakerzeugnisse untersucht.

2. Außerplanmäßige Proben

Ablauf der Untersuchungen:

Geschulte Mitarbeiter/innen überprüfen die Proben hinsichtlich Geschmack, Geruch, und Aussehen. Zudem wird untersucht, ob die Aufmachung, Verpackung und Kennzeichnung den Restvorschriften entspricht.

Anhand dieser Überprüfungen wird anschließend festgelegt, welchen weiteren Untersuchungen die Proben unterzogen werden müssen.
Neben einer mikrobiologischen Überprüfung, werden die Proben auf toxische Rückstände kontrolliert.

Beanstandungsgründe und Maßnahmen bei Verstößen:

Am Ende einer Untersuchung erstellen die Kontrolleure ein Gutachten, welches aussagt, ob ein Verstoß gegen Rechtsvorschriften vorliegt. Gleichzeitig wird festgestellt, ob ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher vorliegt. Liegt ein Verstoß vor, wird die Probe beanstandet.

Dabei werden unterschiedliche Beanstandungsgründe unterschieden. In Frage kommen beispielsweise:

Nach Abschluss der Untersuchung teilen die unterstellten Behörden den obersten Behörden die Untersuchungsergebnisse mit. Diese entscheiden dann über Maßnahmen und Sanktionen.

Die Palette der Maßnahmen reicht dabei von Belehrungen, über Verhängung eines Bußgeldes, bis hin zur Betriebsschließung oder, in schwerwiegenden Fällen, sogar bis zu einer Freiheitsstrafe.




Literatur
  • Fachzeitschrift: RFL Rundschau für Fleischhygiene und Lebensmittelüberwachung
  • Stalker, Bram G.: Hände weg von Lebensmitteln: Lüge Lebensmittelüberwachung - Ein Insider packt aus; Spirit Rainbow Verlag, Aachen, 308 S., 2006.

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