EDEN
Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Z

Lebensmittelunverträglichkeiten


Die Definitionen zum Begriff der Lebensmittelunverträglichkeit sind zum Teil verwirrend und uneinheitlich. Bisher galt folgende Einteilung der Begrifflichkeiten:

Lebensmittelunverträglichkeiten: (Intoleranzen im breiten Sinne des Wortes)

1. Psychosomatische
2. Toxische
3. Nicht toxische


3.1. Immunologische Reaktionen (Allergien)

3.1.1. IgE-vermittelt (Typ I - unmittelbare Reaktionen, z. B. Insektenstichallergie)
3.1.2. Nicht-IgE-vermittelt (Typ II, III, IV, gemischte und unklare Formen)

3.2. Nicht-immunologische Reaktionen (Intoleranzen im engen Sinne des Wortes)

3.2.1. Enzymopathien (z. B. Laktoseintoleranz)
3.2.2. Pharmakologisch (.z. B. Histaminintoleranz)
3.2.3. Nicht definiert

Manche Fachleute beschränkten den Begriff "Allergie" nur auf Typ I (3.1.1.). Das sind unmittelbare immunologische Reaktionen wie z. B. Insektenstich-Allergien, die durch sog. Reagine vermittelt werden. Dabei ist eine Klasse von Antikörper, die Immunglobuline der Gruppe E (IgE) erhöht.
Die anderen, verspäteten immunologischen Reaktionen Typ II, III und IV (3.1.2.), ordnen sie, vor allem im Bereich der Lebensmittelallergien, zu den "Intoleranzen" oder bestenfalls zu "Reaktionen mit immunologischem Mechanismus". Man nennt sie auch "Pseudoallergien" oder auch "nicht allergische Überempfindlichkeit. Dies ist aus verschiedenen Gründen verwirrend. Die Bezeichnung "Intoleranz" (Unverträglichkeit) wurde ursprünglich für nichtimmunologische Störungen wie Laktose-Intoleranz (= Milchzuckerunverträglichkeit) verwendet.

Die "Europäische Akademie der Allergologie und Klinischen Immunologie" entwarf folgende neue Bezeichnung (Nomenklatur), die auf den gegenwärtigen Kenntnissen über die Vorgänge, die allergische Reaktionen verursachen und vermitteln, begründet ist:

Überempfindlichkeit (Hypersensitivity) ist der Oberbegriff, ähnlich der früheren Unverträglichkeit oder Intoleranz. Dazu gehören sowohl "nicht immunologisch" bedingte Zustände wie auch:

Allergie - immunologisch bedingte Zustände, ob mit IgE- (3.1.1.-oben), IgG (3.1.2.-oben)-Beteiligung , oder mit einem (bisher) nicht bekannten Mechanismus auch 3.1.2.-oben).

Atopie - Bezeichnung der Zustände und Krankheiten mit IgE-Beteiligung (3.1.1.-oben). Jeder Zustand, jede Krankheit soll jeweils als allergisch, nichtallergisch, IgE-vermittelt oder nicht-IgE-vermittelt bezeichnet werden. Alte Begriffe sollen gegen diese genannten Begriffe ausgetauscht werden.

Idiosynkrasie --> Überempfindlichkeit

Pseudoallergie --> nichtallergische Überempfindlichkeit

Extrinsisches und intrinsisches, endogenes und exogenes Asthma --> allergisches, möglicherweise IgE-vermitteltes Asthma und nichtallergisches Asthma

atopisches Ekzem-->atopisches Ekzem/Dermatitis-Syndrom: allergisches (möglicherweise IgE-vermitteltes) oder nichtallergisches Ekzem

intrinsische und kryptogene Variante des Ekzems--> nichtallergisches, atopisches Ekzem/Dermatitis- Syndrom

Nahrungsmittel-Intoleranz-->nichtallergische Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit

anaphylactoide Reaktion--> nichtallergische Anaphylaxie

Bewertung der neuen Einteilung:

Die neue Einteilung ist nicht unbedingt einfacher als die alte Gliederung. Die "Enzymopathien" (s. oben die alte Einteilung) wie z.B. die Milchzucker-Unverträglichkeit, die eine besondere, bekannte, klare Entstehungsweise haben, werden nicht ausgegrenzt und als solche gekennzeichnet.

Ein weiteres Problem ist, dass ein krankhafter Zustand durch mehrere Mechanismen verursacht werden kann: an der Ent-stehung eines Ekzems können sich bei demselben Menschen sowohl eine IgE-Atopie auf eines der Milcheiweisse, wie auch eine IgG-Allergie auf ein anderes Milcheiweiss und eine mit
noch unbekanntem Mechanismus auf das dritte Milcheiweiss beteiligen. Der Betroffene kann auch unter der Laktose-Überepfindlichkeit leiden, die ihm zusätzlich Bauchprobleme bereitet! Häufig gibt es Allergien unterschiedlicher Art auf verschiedene Lebensmittel und andere Substanzen.

Fragebogen: Test auf Lebensmittelunverträglichkeiten:

Die Firma Pulsamed Medizin Technik hat folgende Checkliste entwickelt, um eventuelle Unverträglichkeiten aufzuspüren. Es wird empfohlen schon bei einer Antwort mit ja einen speziellen Bluttest durchzuführen!

Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten:

Verschiedene Firmen bieten Tests auf spezifische Unverträglichkeiten an, die auf folgender Annahme beruhen:
Eine Lebensmittelallergie ist eine sofortige und offensichtliche Reaktion auf manche Produkte, wie z. B. Erdnüsse, Schalentiere oder Erdbeeren. Nahrungsmittel-Allergien sind relativ selten und zeichnen sich durch Sofortreaktionen nach dem Verzehr eines individuell unverträglichen Lebensmittels aus. Die Aufdeckung
von Nahrungsmittel-Allergien geschieht durch den Nachweis von Immunglobulinen des Typs IgE.
Eine Lebensmittelunverträglichkeit wird dagegen als eine langsame, chronisch-entzündliche Antwort des Körpers auf Lebensmittel, die unter Umständen regelmäßig gegessen werden, angesehen. Jeder Mensch hat seine eigenen Lebensmittelunverträglichkeit, die sich von denen anderer Menschen unterscheidet. Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten können bei manchen Menschen jahrelang Gesundheit und Wohlbefinden stark beeinträchtigen, ohne dass man ihnen auf die Spur kommt. Scheinbar aus heiterem Himmel können sie bei Vorliegen einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit Magen-/Darmbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung sowie Migräne, chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Probleme wie Übergewicht, ständige Übelkeit, laufende Nase, hartnäckige Hautprobleme, Heuschnupfen und viele andere Beschwerden verursachen.
Die Aufdeckung von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten geschieht durch den Nachweis von Immunglobulinen des Typs IgG.

Tests auf Lebensmittel-Unverträglichkeiten (IgG-Tests):
Die Ursache von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten liegt im "Leaky-Gut"-Syndrom (durchlässiger Darm). Bedingt durch die Durchlässigkeit des Darmes gelangen unverdaute Nahrungs-mittel-Moleküle in den Blutkreislauf. Das Immunsystem erkennt diese Moleküle als Antigene und reagiert mit der Produktion von Antikörpern vom Typ IgG.
Weil die Auslöser von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sehr zahlreich sind, muss ein aussagefähiger Test möglichst viele Substanzen umfassen. Verschiedene kommerzielle Tests können mit einer einzigen Blutprobe angeblich über 150 verschiedene Nahrungsmittel des täglichen Gebrauchs auf IgG Antikörper überprüfen.

Die Tests basieren auf dem sogenannten E L I S A - Verfahren. ELISA steht für folgendes Laborverfahren: Enzyme - Linked - Immuno - Sorbent - Assay. Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe von Mikrotiterplatten eine Antigen-Antikörper-Reaktion herbeigeführt. Durch Anwendung eines Färbeenzyms wird das Testresultat densitometrisch ausgelesen.



Literatur
  • Brostoff, J., Gamlin, L.: Food Allergies and Food Intolerance: The Complete Guide to Their Identification and Treatment; Healing Art Press
  • Schleip. T.: Laktose-Intoleranz; Ehrenwirth Verlag
    Schwarzer, M.: NuTron-Diät; Haug Verlag
  • http://vienna-doctor.com/DE/Nutr_test.htm
  • http://www.pulsamed.de/
  • http://www.cytolabor.de

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den Eden Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.


A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Z