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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Zahncreme/ Zahnpasta

Zahncremes bzw. Zahnpasten sollen in ihrer Hauptfunktion die Zähne reinigen. Der Begriff Pasta kommt aus dem lateinischen und steht für eine “halbfeste“ Arzneizubereitung. Eine Creme hat dagegen eine weiche Konsistenz.

Neben der Reinigung sollen Zahncremes auch eine vorbeugende Wirkung gegenüber Krankheiten wie Karies oder Parodontose entfalten.

Geschichte der Zahncreme:

Mittel zur Zahnreinigung wie z. B. gemahlener Bimsstein und Weinessig wurden bereits in der Antike verwendet. Zusammen mit Mundwässern wurde auch Zahnpulver auf Kreidebasis genutzt.

Die erste moderne Zahnpasta kam im Jahre 1907 auf den Markt, ent­wickelt vom Dresdner Apotheker Ottmar Heinsius von Mayenburg. Sie enthielt bereits Minzaromen und wurde unter dem Namen “Chlorodont“ bekannt.

Aufbau einer Zahncreme:

Die Hauptbestandteile einer Zahncreme/ -pasta sind:

Abrieb:

Unter dem Abrieb einer Zahnpasta wird die Eigenschaft bezeichnet, fest­sitzende Beläge zu entfernen, also "abzureiben". Normalerweise werden drei Abriebstufen angeboten: niedrig, mittel und hoch. Je höher der Abrieb, umso "aggressiver“ wirkt die Zahncreme. Nicht auszuschließen ist dann ein Angriff auf den Zahnschmelz, gerade auch in Zusammenhang mit einer falschen Putztechnik. Darauf ist vor allem bei einigen sogenannten Weißmacher-Zahncremes zu achten.

Pasten mit starker Abrasivität (Schmirgelwirkung) werden zur Entfernung von Zahnbelag eingesetzt. Die Abrasionsfähigkeit wird als RDA/REA-Wert (Radioactive Dentin/Enamel Abrasion) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist die Abrasionsfähigkeit. Die Deklaration ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber auf vielen Zahnpasten zu finden (z. B. wenig abrasiv: RDA 20 bis 40, mittel abrasiv: RDA 40 bis 60, stark abrasiv: RDA 60 bis 80).

Sensitiv-Zahncremes:

Für empfindliche Zähne werden Zahncremes angeboten, die meist die folgenden Stoffe enthalten:
  • Kaliumnitrat gegen die Reizweiterleitung zum Zahnnerv
  • Strontiumcarbonate (bspw. auch Strontiumacetat) zum Verschließen der Kanälchen auf der
  • Dentinoberfläche und damit zur Schmerzlinderung - auch durch Aminfluorid möglich
  • Zinkcarbonat-Hydroxylapatit als Schutzschicht aus "künstlichem Zahnschmelz“ - nicht mit Fluorid einsetzbar.
Zahnstein:

Wirkstoffe, die die Zahnsteinbildung verhindern, sind Pyrrophosphat, Tri­closan (s.o.) und Zinkverbindungen. Der "alte“ Zahnstein ist damit nicht mehr zu entfernen. Er sollte im Rahmen einer professionellen Zahn­rei­nigung beim Zahnarzt bzw. einer dafür speziell ausgebildeten Fachkraft entfernt werden. Die ist sinnvoll 1-2mal pro Jahr. Bei besonders starker Zahnsteinbildung sollte die Zahnreinigung häufiger erfolgen.

Alternative Zahnpasten:

Wer auf die üblichen Inhaltsstoffe einer Zahnpasta wie Fluoride, Konservierungsstoffe oder Schaumbildner verzichten möchte, findet Alternativen wie z. B. eine Calendula-Zahncreme mit folgenden Inhaltsstoffen: Wasser, Calciumcarbonat, Glyzerin, Tonerde, Alkohol, Auszüge aus Ringelblume (Calendula) und Myrrhe, Xanthan, Glycyr­rhizinsäure (Inhaltsstoff der Süßholzwurzel), Ammoniumsalz, Fenchelöl.
Zu empfehlen ist auch die Reinigung der Zähne mit Zahnseide.

Seit 2012 in eine Zahnpasta auf dem Markt, die Vitamin B12 enthält. In einer kontrollierter Studie wurde nachgewiesen, dass die Zahnpasta einen Beitrag zur Bedarfsdeckung mit Vitamin B12 liefert.

Tipps zum richtigen Zähneputzen:

Die Zähne sollten zweimal täglich 2 bis 3 Minuten lang geputzt werden. Neben den Zahnflächen sollten auch die Innen- und Außenseiten der Zähne geputzt werden. Wichtig ist, die Zähne erst 30 Minuten nach Ende einer Mahlzeit zu putzen, da Fruchtsäuren z. B. in Obst den Zahnschmelz angreifen und das direkte Putzen nach dem Essen den Zahnschmelz angreift. Die Bewegung der Zahnbürste sollte von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zähne) erfolgen.

Der Druck sollte maximal 150 – 200 g betragen (Test mit Briefwaage!)

Außenflächen: am Zahnfleischrand bildet sich besonders viel Belag; die Bürste sollte hier in einem Winkel von 45 Grad angesetzt werden und mit kleinen, kreisenden Rüttelbewegungen aufgesetzt werden. Die Putz­richtung geht immer von hinten nach vorne. Dies gilt ebenfalls für die Innenflächen. An schwer zugänglichen Stellen sollte die Zahnbürste in Längsrichtung geführt werden.

Die Kauflächen sollten am Ende gereinigt werden; auch hier sollten kreisende Rüttelbewegungen ausgeführt werden.

Um das Fluorid der Zahnpasta nach dem Zähneputzen nicht unmittelbar wieder zu entfernen, sollte der Mund nicht mit Wasser ausgespült werden, sondern nur ausgespuckt werden.

Gesetzliche Kennzeichnungspflicht:

Die Deklaration der Inhaltsstoffe von Zahnpasten ist gebunden an die INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients)-Vorschrift:
  • Die Inhaltsstoffe werden nach ihrem Gewichtsanteil in abnehmen­der Reihenfolge aufgelistet.
  • Dies gilt für alle Inhaltsstoffe, die über 1 % des Inhalts ausmachen. Inhaltsstoffe, die mit weniger als 1 % enthalten sind, müssen nicht in der vorgenannten Reihenfolge aufgelistet werden.
  • Farbstoffe werden am Ende der Auflistung mit der jeweiligen CI-Nummer aufgeführt. Eine besondere Sortierung oder Reihenfolge ist nicht vorgeschrieben. 
  • Zum Schutz der Rezeptur kann für Inhaltsstoffe besondere Vertraulichkeit beantragt werden. Solche Inhaltsstoffe werden durch einen siebenstelligen Code aufgelistet.



Literatur
  • Bundeszahnärztekammer: Patienteninformation zur Zahnfluoridierung
  • www.test.de: Test von Zahnpasten
  • http://www.warenkunde-handel.de/

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