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Gesundheitslexikon
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Zistrose

Die Zistrose bzw. ein Extrakt aus den Blättern dieser Pflanze mit der Bezeichnung Cystus 052 wurde als antiviral wirkendes Arzneimittel vor allem in Bezug auf die “Vogelgrippe“ im Winter 2005/2006 sowie die Grippewelle im Jahre 2009 bekannt.

Botanik und synonyme Begriffe:

Die Zistrose (Cistus incanus tauricus) zählt zur Gattung der Zistrosen (Cistus) in der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Im Jahr 1999 wählte eine internationale Expertenjury “Cistus incanus ssp. tauricus” als “Pflanze Europas 1999".

Zistrosen sind immergrüne Sträucher, die zwischen 30 und 100 cm hoch werden, die Blüten sind rosarot, die Blätter haben eine eiförmig lanzettliche Form und sind grau bis graugrün.

Die Gattung ist im gesamten Mittelmeerraumverbreitet; Cistus incanus tauricus auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Die Zistrosen bilden einen Haupt¬bestandteil der Garigue. Sie wachsen auf trockenen, steinigen Flächen, oft auf kalk- und nährstoffarmen Böden.

Verwendete Pflanzenteile und Wirkstoffe:

Verwendung finden die Blätter, aus denen im Mittelmeerraum ein beliebtes Teegetränk hergestellt wird.

Die Zistrose enthält in den Blättern reichlich Polyphenole (Gerbstoffe wie Ellagitannine und Proanthocyanidine sowie Flavonoide). Die daraus resultierende adstringierende (zusammenziehende) Wirkung wurde volksmedizinisch gegen Durchfall und bei Hauterkrankungen genutzt.

Für großes Aufsehen sorgte ein spezieller Zistrosen-Extrakt, der von der Dr. Pandalis Urheimische Medizin GmbH unter dem Namen Cystus052 hergestellt wurde.
In vitro (in Zellkulturen) und im Tierversuch wurden diesem Extrakt antivirale Eigenschaften zugeschrieben, im Vordergrund stand die Wirkung gegenüber verschiedenen Grippe- (Influenza) Erregern.

Wirkmechanismus:
Erklärt wird die Wirkung mit einer “physikalischen Interaktion des Extrakts mit Proteinen von Virusoberflächen“ , also einer Art “Infektionsblockade“. Ein weiterer Vorteil soll die unspezifische Wirkung sein, durch die es nicht zu einer Resistenzbildung kommen kann.

Unwirksam ist der Extrakt dann, wenn “Eintrittswege der Mikroorga¬nismen außerhalb des Mund-Rachen-Raumes liegen“.
Die Bewertung der Studien durch verschiedene Expertengruppen ist kontrovers!

Rechtlicher Status:

Cistusextrakte (Cistus villosus) werden im freiverkäuflichen Bereich als Medizinprodukt zur Infektabwehr angeboten. Als Anwendungsgebiete werden genannt:
Zur Vorbeugung von Atemwegserkrankungen und grippalen Infekten (Erkältungen).
Unter Dosieranleitung, Art und Dauer der Anwendung finden sich folgende Angaben:
Bei erhöhtem Infektrisiko (z. B. beim ersten Kratzen im Hals) und zur Vorbeugung von Erkältungen 3 bis 6 mal täglich 1 Tablette langsam im Mund zergehen lassen.
Die Zusammensetzung eines beispielhaften Produktes wird wie folgt angegeben:
Wirksamer Bestandteil: 1 Tablette enthält 73,5 mg Cistus Villosus-Extrakt mit 50 mg Polyphenolen.
Sonstige Bestandteile: Isomalt, Cellulose, Xylit, Polyvinylpyrrolidon, Natriumcarboxymethylcellulose


Literatur

  • Dingermann, T. et al.: Cystus052 gegen die Amerikanische Grippe? Dtsch. Apoth. Ztg. 2009; 149 (19) 2160 ff.
  •  Dingermann, T. et al: Abenteuerliche klinische Studien - Interview. Dtsch. Apoth. Ztg. 2009; 149 (28): 3164 ff
  •  Kiesewetter, H.; Luwig, S.; Planz, O: Aktuelle Forschungen zur antiviralen Wirkung von Cystus. Dtsch. Apoth. Ztg. 2009; 149 (28): 3160 ff

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