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Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den EDEN Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Zöliakie


Die Zöliakie, bei Erwachsenen auch Sprue genannt, ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie ist zurückzuführen auf eine Unverträglichkeit der Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer. Die Betroffenen müssen lebenslang eine strikt glutenfreie Ernährung einhalten.

Häufigkeit:

In Mitteleuropa wird eine Erkrankungshäufigkeit von 1:300 - 1000 Einwohnern angenommen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Dunkelziffer der bis jetzt erkannten Fälle wird als sehr hoch eingeschätzt.

Ursachen:

Die Ursachen sind nicht völlig geklärt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine ererbte immunologische Reaktion gegen das Gluten. Vermutlich setzen bestimmte äußere Ereignisse - wie z.B. eine Darminfektion - eine ererbte immunologische Reaktion gegen das Gluten in Gang. Die nachfolgende heftige Entzündung führt dann zur Zerstörung der Dünndarmschleimhaut.

Symptome und Folgen:

Durch die Einwirkung des Glutens kommt es nach Wochen bzw. Monaten zu einer akuten Entzündung des Dünndarms, in deren Verlauf die Dünndarmzotten abflachen bzw. ganz verschwinden. Bei erwachsenen Sprue-Patienten ist die Abflachung meist nicht so extrem. Die Reduzierung der Dünndarmzotten verursacht eine ungenügende Nahrungsaufnahme (Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente). Gleichzeitig wächst das Stuhlvolumen.

Beim Kind treten die Krankheitszeichen im allgemeinen in der 2. Hälfte der Säuglingszeit auf, wenn vom Stillen auf Beikost übergegangen wird. Krankheitssymptome sind Appetitlosigkeit, gelegentliches Erbrechen und weiche, massige und übelriechende Stühle. Gewichtsstillstand und Gewichtsabnahme bei zunächst noch normalem Längenwachstum sind weitere Merkmale. Die Kranken sind apathisch und überempfindlich. Besonders auffallend ist jedoch der aufgeblähte Leib im Kontrast zur Abmagerung des übrigen Körpers. Tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf, kann sie als "stille Zöliakie" mit unspezifischen Symptomen wie Abwehrschwäche, Magen-Darmbeschwerden, Blähungen oder sogar symptomlos erscheinen.

Diagnose:

Es gibt verschiedene Methoden, eine Zöliakie zu diagnostizieren.
Die sichere Methode ist eine Kombination aus Blutuntersuchung auf Antikörper und einer Dünndarmsaugbiopsie, eine ungefährliche Untersuchung, die in jedem Lebensalter und unabhängig vom Krankheitszustand des Patienten durchgeführt werden kann. Kommt es außerdem nach glutenfreier Ernährung zu einer Besserung der Symptome ist die Diagnose eindeutig.

Therapie:

Die Behandlung besteht allein in einer ständigen, lebenslangen glutenfreien Ernährung. Dabei ist die glutenfreie Kost nicht als Diät im üblichen Sinne zu verstehen, sondern als lebenslang notwendiges und unverzichtbares Heilmittel im Sinne eines Medikamentes. Bei Einhaltung der Diät gewinnt die Dünndarmschleimhaut in der Regel ihre normale Gestalt und Funktion wieder zurück. Wird die glutenfreie Ernährung nicht eingehalten, setzt die Schädigung des Dünndarms wieder ein. Dabei sagt das Ausbleiben der Symptome unter Normalkost nichts über den Zustand der Schleimhaut aus!

Nach mehreren Jahren glutenfreier Ernährung scheint die Normalkost bei einem Großteil der Patienten wieder toleriert zu werden. In Wirklichkeit kommt es aber erneut zu Dünndarmveränderungen, die nur bioptisch nachweisbar sind und durch Teile des noch intakten Dünndarms weitgehend kompensiert werden können.

Erlaubte Nahrungsmittel:

Verbotene Nahrungsmittel:

Begleitende diätetische Maßnahmen:

Sie sind meist nur so lange erforderlich, bis sich die Darmschleimhaut unter glutenfreier Kost wieder regeneriert hat.

Wichtig ist auch, dass die Kontaktpersonen (Erzieherinnen, Lehrer, Verwandte usw.) von den Eltern des Kindes über das Krankheitsbild und die diätetischen Notwendigkeiten aufgeklärt werden. Parallel dazu sollte auch das Kind früh in die Verantwortung für seine glutenfreie Ernährung miteinbezogen werden, ohne es dabei in eine Außenseiterrolle zu drängen.

Betroffene erhalten praktische Tips und Rezepte bei:




Literatur
  • Hiller, A.: Abwechslungsreiche Diät bei Zöliakie; TRIAS Verlag 2000


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